jobkonkret 2018


Was soll ich ?

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Was ist jobkonkret ?

Abgelegt unter von admin am 04. May 2006

Studien- und Berufsvorbereitung am Gymnasium Essen-Werden und das Projekt “jobkonkret”?

Es kommt langsam Bewegung in die Studien- und Berufsvorbereitung an den Gymnasien: Immer mehr Projekte an den Schulen und Kooperationen mit Hochschulen, Stiftungen und Wirtschaftspartnern künden von einem geschärften Problembewußsein.

Dies ist auch bitter notwendig. Je nach Umfrage geben 50%-80% der Schülerinnen und Schüler der VORabschlussstufe an, nicht zu wissen, in welche Richtung die Ausbildung oder das Studium gehen soll. Dies wird zukünftig nicht leichter, wenn man die steigende Zahl an Ausbildungs- und Studiengängen, die wachsende Unsicherheit auf dem ersten Arbeitsmarkt und die bereits unverkennbaren Folgen der Globalisierung in Rechnung stellt.

Die Gymnasien müssen laut Schulgesetz in der Oberstufe Berufsorientierung anbieten. Dazu werden in der Regel folgende Elemente gewählt:

  • Beratung durch die Agentur für Arbeit (BIZ) in Stufe 10
  • Berufspraktikum in Stufe 10
  • Rhetorik-/Bewerbungstraining
  • Beratungslehrer für die Berufsorientierung

Dieses Angebot hilft jedoch in der Regel nicht wirklich weiter. Die Agentur-Besuche sind oft Massenveranstaltungen mit 70-100 Schülerinnen und Schülern und der Beratungslehrer hat nur in seltenen Fällen die Möglichkeit, für die gesamte Stufe interessante und weiterführende Beratungsangebote zu vermitteln bzw. zu eröffnen. Auch die Unis im Land bieten viel, um Schülerinnen und Schüler für das Studium zu gewinnen. Nur erreicht das Angebot häufig nicht die Adressaten.

Um diese Ausgangslage spürbar zu verbessern, gründete sich Anfang 2004 ein Arbeitskreis aus der Schulpflegschaft an unserem Gymnasium. Vier Grundsätze wurden dabei übergeordnet formuliert:

– Einrichtung eines verbindlichen Konzeptes, das ab der Mittelstufe in mehreren Schritten die Studien- und Berufsvorbereitung gegenüber dem heutigen Angebot deutlich intensiviert.

– Jede Stufe erhält das jeweilige Angebot verbindlich, in seiner Gesamtheit.

– Der Erfolg des Konzeptes mit seinen jeweiligen Schritten wird mit den Schülerinnen und Schülern der jeweiligen Stufe evaluiert. So kann die Wirkungsweise überprüft und gegebenenfalls angepaßt bzw. verbessert werden.

– aktive Elternmitwirkung bis hin zu der Organisation durch die Eltern in 2-3 Konzeptelementen und die Nutzung des Schulnetzwerkes mit der beachtlichen Vielfalt an Ausbildungen, Berufen und Lebenskarrieren.

Die pure Selbstverständlichkeit solcher Grundsätze ist in der Schulpraxis manchmal eher Wunschdenken als gelebte Praxis. Immer wieder gilt es daher, die Konzepte zu “leben” und die Verbindlichkeit gegebenfalls einzufordern und wiederherzustellen. Auch ist der Drang, immer wieder Neues zu erfinden, hinzuzufügen mehr als verständlich und teilweise durchaus wünschenswert. Alleine die Übersicht, d.h. die beschränkte Anzahl der Schritte gewährleistet am ehesten, von der Schulöffentlichkeit wahrgenommen und “gepflegt” zu werden, was die Grundlage für die Verbindlichkeit der Angebote bildet. Daher haben wir mit der Schulleitung 3 Schritte vereinbart, die im engeren Sinn mit der Studien-und Berufsvorbereitung verknüpft sind:

Schritt 1:
Selbstkonzept 

Hier werden in der Mittelstufe  die Themen “persönliche Stärken und Schwächen”, “Zukunftsvorstellung”, “Interessen”, “Zeitstrahl-Collage” etc. erarbeitet. Dies in Einzel-, Paar- und Gruppenarbeit. Anschließend werden die Ergebnisse im Klassenverband präsentiert und reflektiert.

Schritt 2:
Beratung durch die Arbeitsagentur und Berufspraktikum ( Stufe 10 )

Schritt 3:
Informationsbörse “jobkonkret” ( Stufe  11)
Am Ende des Schuljahres findet für die Vorabschlussstufe in der Schule eine kleine Hausmesse statt. Hier stellen an zahlreichen Ständen ehemalige Schüler und Eltern ihre Studiengänge, Berufe, Karriere- und Lebenswege vor. Die Organisaion geht vom Arbeitskreis der Schulpflegschaft aus. Die Schülerinnen und Schüler können in der Regel jeweils ca. 3-4 Stände intensiv besuchen und mit “ihrem Experten” sprechen, der Berufsrealitäten besser als jeder andere Berater vermitteln kann.


Die Bestandteile der Dinge, die an den jeweiligen Ständen zu finden sind, sind teilweise standardisiert, um so auch besser eine Einordnung bzw. Vergleichbarkeit herstellen zu können.
So gibt es beispielsweise an jedem Stand zum Mitnehmen den persönlichen “Steckbrief”, auf dem Stellung zum Studium, zum Beruf, zur täglichen Routine, zu den Highlights bezogen wird. Ebenso gibt es dabei Informationen zu weiteren links und Beratungsmöglichkeiten. Der “Baum der Möglichkeiten” zeigt auf, welche Berufe auf Basis eines Studien- oder Ausbildungsganges möglich sind. Der “Wochenkalender” veranschaulicht eine typische Woche im Berufsalltag, soweit es eine typische gibt, und die mitgebrachten und ausgestellten Utensilien (Fotos, Bilder, Pläne, Gegenstände etc.) veranschaulichen Aspekte des Berufs und machen diese anschaulich.

Die Informationsbörse wird sowohl im internet (www.jobkonkret.de) angekündigt als auch nach Ablauf in Form von Steckbriefen der Beteiligten und mit Fotos dokumentiert. Die anschließend stattfindende Evaluation mit Hilfe von auszufüllenden Kurzfragebögen ergibt ein sehr gutes Feedback. Nach Aussage der Schülerinnen und Schüler ist vor allem das persönliche Gespräch wertvoll, da hier spezielle Fragen auch immer eine Antwort finden. In einigen Fällen wird darüber hinaus der persönliche Kontakt fortgeführt, sei es, um die Schülerin oder den Schüler zu coachen, einen Praktikumsplatz zu vermitteln oder auf ein spezielles Stipendium hinzuweisen und dabei Hilfestellungen zu geben. Man ist dann “Pate”.

In den weiteren Auflagen der Messe wurde neben der Stärkerberücksichtigung von Ausbildungsgängen auch der Kontakt zu den Universitäten und Fachhochschulen verstärkt, betont durch einen eigenen Stand mit Hinweisen zu den Infotagen und den speziellen Angeboten bei der Studienvorbereitung. Ferner erhalten nun die Schülerinnen und Schüler als Angebot die Möglichkeit, ihre erste vage Berufsentscheidung den Organisatoren zu übermitteln, um genau die Experten dafür dann antreffen zu können.


Fazit: Durch die beschriebenen Ansätze ist es den Schülerinnen und Schülern leichter möglich, in weitergehende Beratungen oder Vertiefungen einzutauchen.
Trotz allem gilt für sie: das eigene Engagement ist durch nichts zu ersetzen.
Als Eltern können wir ein Netzwerk zur Verfügung stellen, das dem Engagement Flügel verleiht.


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